Als Folge der verordneten ausserordentlichen sanitären Massnahmen hat die Welt am 16. März aufgehört sich zu drehen, offensichtlich um die Gesundheit der verletzlichsten Menschen zu schützen. Das ist bewundernswert, denn die Solidarität einer Gesellschaft misst sich meistens am Wohlbefinden ihrer schwächsten Glieder, in diesem speziellen Fall der Alten und gesundheitlich Angeschlagenen.

Der Bundesrat hat erstaunlich schnell dringliche Massnahmen verfügt, welche im Einklang mit den notwendigen gesundheitlichen und ökonomischen Gegebenheiten und Erfordernissen stehen und momentan das Leben im Lande regeln. Das funktioniert, weil er sich auf gut eingespielte politische Institutionen und eine disziplinierte Bevölkerung stützen kann, welche gewissenhaft die eidgenössischen Weisungen befolgen, mit Ausnahme … der notorischen Nörgler.

Der Bundesrat nimmt die Herausforderung an, die Wirtschaft zu unterstützen, die Ältesten zu schützen, um ihnen das gekrönte Virus zu ersparen und sie vor einen vorzeitigen Tod zu schützen. Parallel dazu werden neue Fragen und Behauptungen aufgeworfen:

  • Muss man den Wohlstand des Landes zunichtemachen, um das Leben um ein oder zwei Jahre zu verlängern, wenn feststeht, dass das mittlere Lebensalter der Corona-Opfer bloss ein Jahr tiefer ist als die normale Lebenserwartung?
  • Lohnt es sich, sein Leben um ein paar Monate zu verlängern und viel Menschlichkeit zu vernichten?
  • „Das Wohlbefinden des Schwächsten besteht nicht darin, in einem Pflegeheim oder einem keimfreien Spital im Sterben zu liegen, “, wie es Christine Mo Costabella, Journalistin des Echo Magazine (Auflage Nr. 17, 23. April 2020) schreibt.
  • Was können wir über die Gefühle und den Schmerz der Eltern sagen, wenn ein Angehöriger gestorben ist, besonders infolge des Coronavirus?
  • „Nicht an Covid-19 zu erkranken, genügt nicht als Lebensziel“, sagte der Philosoph André Comte-Sponville…

Wir alle sterblichen Wesen, bevorzugen wir die kurzen Glücksmomente des Lebens, angefangen bei den Begegnungen mit unseren Kindern und Enkeln..

Um dieses Schreiben mit einer positiven Note abzuschliessen, denken wir an die zahlreichen Freiwilligen, besonders die Jungen. Für ihren Beitrag an die Älteren, welche ans Daheim gebunden sind uns so geschützt sein sollen vor reellen Gefahren (es gibt sie wirklich, wie auch im Rest der Bevölkerung): es sind viele, die bereit sind, die verschiedensten Hilfeleistungen zu erbringen… Aus dieser Lehre des Teilens und der Verantwortung kommen die zukünftigen Freiwilligen hervor, um die momentan Älteren zu ersetzen, die sich vorbehaltlos einsetzen für soziale, kulturelle oder sportliche Vereine, ebenfalls für ihre Familie.

Bleiben wir noch geduldig … das Coronavirus ist immer noch da! Profitieren wir so viel wie möglich von den für Mai vorgeschlagenen Öffnungen, aber … mit Bedacht…

Für das Büro des Walliser Verbandes der Rentner
Jean-Pierre Salamin, Präsident