06Mai/20

In was für einer Welt leben wir?

Als Folge der verordneten ausserordentlichen sanitären Massnahmen hat die Welt am 16. März aufgehört sich zu drehen, offensichtlich um die Gesundheit der verletzlichsten Menschen zu schützen. Das ist bewundernswert, denn die Solidarität einer Gesellschaft misst sich meistens am Wohlbefinden ihrer schwächsten Glieder, in diesem speziellen Fall der Alten und gesundheitlich Angeschlagenen.

Der Bundesrat hat erstaunlich schnell dringliche Massnahmen verfügt, welche im Einklang mit den notwendigen gesundheitlichen und ökonomischen Gegebenheiten und Erfordernissen stehen und momentan das Leben im Lande regeln. Das funktioniert, weil er sich auf gut eingespielte politische Institutionen und eine disziplinierte Bevölkerung stützen kann, welche gewissenhaft die eidgenössischen Weisungen befolgen, mit Ausnahme … der notorischen Nörgler.

Der Bundesrat nimmt die Herausforderung an, die Wirtschaft zu unterstützen, die Ältesten zu schützen, um ihnen das gekrönte Virus zu ersparen und sie vor einen vorzeitigen Tod zu schützen. Parallel dazu werden neue Fragen und Behauptungen aufgeworfen:

  • Muss man den Wohlstand des Landes zunichtemachen, um das Leben um ein oder zwei Jahre zu verlängern, wenn feststeht, dass das mittlere Lebensalter der Corona-Opfer bloss ein Jahr tiefer ist als die normale Lebenserwartung?
  • Lohnt es sich, sein Leben um ein paar Monate zu verlängern und viel Menschlichkeit zu vernichten?
  • „Das Wohlbefinden des Schwächsten besteht nicht darin, in einem Pflegeheim oder einem keimfreien Spital im Sterben zu liegen, “, wie es Christine Mo Costabella, Journalistin des Echo Magazine (Auflage Nr. 17, 23. April 2020) schreibt.
  • Was können wir über die Gefühle und den Schmerz der Eltern sagen, wenn ein Angehöriger gestorben ist, besonders infolge des Coronavirus?
  • „Nicht an Covid-19 zu erkranken, genügt nicht als Lebensziel“, sagte der Philosoph André Comte-Sponville…

Wir alle sterblichen Wesen, bevorzugen wir die kurzen Glücksmomente des Lebens, angefangen bei den Begegnungen mit unseren Kindern und Enkeln..

Um dieses Schreiben mit einer positiven Note abzuschliessen, denken wir an die zahlreichen Freiwilligen, besonders die Jungen. Für ihren Beitrag an die Älteren, welche ans Daheim gebunden sind uns so geschützt sein sollen vor reellen Gefahren (es gibt sie wirklich, wie auch im Rest der Bevölkerung): es sind viele, die bereit sind, die verschiedensten Hilfeleistungen zu erbringen… Aus dieser Lehre des Teilens und der Verantwortung kommen die zukünftigen Freiwilligen hervor, um die momentan Älteren zu ersetzen, die sich vorbehaltlos einsetzen für soziale, kulturelle oder sportliche Vereine, ebenfalls für ihre Familie.

Bleiben wir noch geduldig … das Coronavirus ist immer noch da! Profitieren wir so viel wie möglich von den für Mai vorgeschlagenen Öffnungen, aber … mit Bedacht…

Für das Büro des Walliser Verbandes der Rentner
Jean-Pierre Salamin, Präsident

06Mai/20

Covit-19 : Wer ist in Gefahr ?

Gemäss den vom Eidg. Amt für Statistik veröffentlichten Zahlen gab es 2019 in unserem Land 1 606 100 Personen, die über 65 Jahre alt waren und 18,7% der Bevölkerung bildeten. 453 800 Personen dieser Gruppe waren 80-jährig oder älter (23,8% der Gruppe Senioren). Auch 1600 Hundertjährige waren dabei.

Um die Pandemie von Covit-19 einzudämmen empfiehlt der Bundesrat den Risikopersonen und den Senioren, daheim zu bleiben und jeden überflüssigen Ausgang zu vermeiden (eine Empfehlung, nicht eine Verpflichtung).

Die Schweiz. Rentnervereinigung (mehr als 30 000 Mitglieder) verurteilt die missbräuchliche Verallgemeinerung der Senioren in dieser offiziellen Bekanntgabe. Es ist unrealistisch, alle Senioren als gleichartig zu betrachten, denn in einer so zahlreichen Gruppe (1,6 Millionen Personen) gibt es natürlich grosse Unterschiede. Viele ältere Menschen sind noch kräftig und bei guter Gesundheit. Nicht mehr die gleiche Rüstigkeit zu haben wie in jungen Jahren ist nicht gleichbedeutend mit grossen Verlusten an mentalen und körperlichen Fähigkeiten. Man könnte meinen, dass das Ueberschreiten der Grenze von 64 oder 65 Jahren automatisch der Gesundheit schadet ! Soziologen verstehen unter dem Begriff Senioren das dritte und das vierte Alter.

Spezielle Aufmerksamkeit gilt den Personen mit Krankheitserreger im Bereich der Atemwege, welche die Funktion der Lunge schwächen könnten. Diese Gefahr besteht nicht nur bei älteren Menschen.

Was man oft vergisst ist der beträchtliche Beitrag der Senioren an unsere Gesellschaft, sei es in Vereinen oder in den Familien. Die Folgen dieses Beitrags sind ersichtlich anlässlich von teilweisen Ausgangssperren (Beaufsichtigung von Kindern, Arbeit im Interesse der Allgemeinheit, etc.) Die Wirtschaft schwächelt (leidet) unter der Abwesenheit von Senioren. Hingegen findet man sie tagsüber mehrheitlich in Restaurants und sie verbringen ihre Sommerferien im Land !

Also keine missbräuchliche Verallgemeinerung mehr !

Für Auskünfte:
M. Pillonel, Präsident Schweiz. Rentnervereinigung
Tel. 026 663 21 42 oder 079 414 86 10