„Der Walliser Verband der Rentner bezweckt die im Wallis gemeinsamen Anstrengungen für die Verteidigung der moralischen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen der älteren Generation zu koordinieren.“


25 Jahre Walliser Verband der Rentner

Die 25 Jahre aktiver Gestaltung erlaubten es der älteren Generation sich besser in die Gesellschaft zu integrieren. Sie konnte besonders eine aktive Rolle in unseren Ortschaften spielen. Das dynamische Engagement in der Entwicklung und Förderung der Freiwilligenarbeit, in den Sozialversicherungen und in vielen solidarischen Massnahmen ermöglichten es unseren Vereinigungen die  Palette zu erweitern auf Aktivitäten der Kultur, der Freizeitgestaltung, um einen reellen Beitrag  in der Entwicklung und ökonomischen und sozialen Bereicherung unserer Gesellschaft zu leisten.

Diese Aktivitäten erzeugten vermehrt Öffnung und Mitgestaltung. Ältere Walliser sind in schweizerischen Rentnerorganisationen tätig. Der WVR wirkt in engem Kontakt mit der SRV Schweizerischen Rentnervereinigung, die uns mit dem SSR, dem Schweizerischen Seniorenrat verbindet als Dachorgan, anerkannt als privilegierter Partner und Konsultativorgan durch den Bundesrat.

Mehrere Mitglieder des WVR waren oder sind in all diesen Organisationen aktiv: Edmée BUCLIN (Gründerin und Präsidentin  des SVR und Vizepräsidentin der VASOS). Vital DARBELLAY (Präsident der Kommission Soziales der FVR). Gegenwärtig Jean-Maurice FOURNIER, Vizepräsident der VASOS. Vier Delegierte des WVR nehmen regelmässig an den Sitzungen des SRV teil.

Dieses Vierteljahrhundert der WVR reiht sich kurz in eine historische Tabelle ein, um in wenigen Worten viele Persönlichkeiten in Erinnerung zu rufen. Sie haben Stunden von Sitzungen, Debatten und selbst  geduldig grosszügigen Einsatz geleistet, um für die Älteren  ihre Interessen  zu verteidigen, aber auch um nachhaltig Lebensbedingungen zu verbessern und eine solidarischere und gerechtere Gesellschaft zu erreichen.


Einige Daten und auszumachende Ereignisse

1919     Gründung des WVR
Die Generalversammlung wählt Marie TSCHOPP als Präsidentin des WVR

1993      Teilnahme am Europäischen Jahr des Alters
Die Generalversammlung wählt Eloi GLARDON als Präsident des WVR

1994        Erstes Walliser Altersparlament
Präsident Wolfgang LORETAN

1996        Zweites Walliser Altersparlament
Präsident Wolfgang LORETAN

1998        Drittes Walliser Altersparlament
Präsidentin Edmée BUCLIN

2001        Die Generalversammlung wählt Bernadette ROTEN als Präsidentin des WVR
Viertes Walliser Altersparlament
Präsident Vital DARBELLAY
Dezember 2001: Erste Nummer des Journal „Trait d’Union“

2002          Offizielle Anerkennung des WVR durch den Staatsrat als Konsultativorgan und privilegiertem Partner

2003         Erste Walliser Landsgemeinde der Älteren in Savièse
Präsident Emile JORDAN

2005         Fünftes Walliser Altersparlament
Präsident Vital DARBELLAY

2007         Zweite Walliser Landsgemeinde der Älteren in Martinach
Präsident Bernard MONNET

2008         Die Generalversammlung wählt Jean-Pierre SALAMIN als Präsident des WVR
Konstituierung Kantonalen Konsultativ-Kommission für eine fortschrittliche Alterspolitik

2010         Sechstes Walliser Altersparlament
Präsident Hermann FUX

2012        Beteiligung an Europäischen Jahr des aktiven Alterns
Konferenzzyklen und Ausgabe der rückblickenden Schrift
„Aktive und solidarische Rentner“  Editions à la Carte

2014         Reflexion und Meinungsumfrage bei den Mitglieds-Vereinigungen des WVR
„Politik einer Gesellschaft mit langer Lebenserwartung

2015          Siebtes Walliser Altersparlament
Präsident Hermann FUX

2016          Publikation eines Werkes, die Reflexionen die Meinungsumfrage und die Resolutionen des Altersparlamentes 2015 in Zusammenarbeit mit Prof. Jean-Pierre Fragniere zusammenfassten in „Politik  einer Gesellschaft mit langer Lebenserwartung“ Edition à la Carte,


Generalversammlung erweitert durch den Schweizerischen Seniorenrat in Sitten unter dem Präsidium von Michel Pillonel. Das Organisationskomitee wurde von Jean-Maurice Fournier geleitet

Man kann 2017 sagen, dass der WVR mit Begeisterung und viel Durchsetzung seine Aufgabe erfüllt hat. Aber alle die Älteren (20% der Bevölkerung) heute zu vertreten, heisst viele und neue Herausforderungen der Kommunikation, Organisation und Anpassung an die Bedingungen des heutigen Lebens zu ergreifen. Der WVR wünscht ein Engagement von neuen Kräften, jungen dynamischen Senioren !


Ein wenig Geschichte

Text redigiert von Eloi Glardon den 7. Juni 2001 zur Markierung der 10 Jahre WVR

1988 ! Und ein Idee

Mitten im Sommer  trafen sich junge Rentner aus der sozialen Welt in Grimentz und dann beim Moiry See. Eine Raclette mit einem feinen Topfen, den die Anniviards im Rebgut von Siders, der Noble Contrée pflegten, in der Folge zum „vin du glacier“ formten, war der Rahmen in dem eine Idee, man wusste nicht von wem, Wurzeln schlug.

Heisst die fundamentale Frage : WARUM? oder Wie? Es ist kein grosser Unterschied zwischen denen, die angesichts  eines Problems  fragen  WARUM? zu denen die sich fragen WIE?

Doch man weiss, dass das Treffen durch Silvain SALAMIN  zustande kam, einem Einwohner von Grimentz. Der Einladung gefolgt sind Marie TSCHOPP-MASSEREY von Siders, Marie RYWALSKY von Crans-Monatana, ihr Bruder Léopold RYWALSKY von Siders und Edouard CONSTANTIN von Ayent.  Es war der Kern um den sich während der zwei folgenden  Jahre  Frauen und Männer scharten, die die Gruppe der Pioniere bildeten, deren Leben stets aktiv im Dienste der Anderen stand: Heidi DELLBERG, Lea AMAUDRUZ, Gustave MASSEREY, Paul REVAZ, Marcel SAVIOZ, alle von Siders, Abel BOVIER  und Louis MAURER von Sitten, Raymond PUIPPE, von St. Maurice und Eloi GLARDON von Arbaz.

FESTSTELLUNGEN UND ENTSCHEIDE 1990

Gemeinsam stellten sie fest: eine alte Haut ist eine alte Haut, wäre sie nur gut erhalten!  Wer würde Lust haben, sie zu berühren? Mehr oder weniger schnell gleitet man zur Kategorie der „Unberührbaren“. Hat  man so das Warum?

Diese von den Unbeugsamen wollten das Wie wissen. Während 10 Jahren spannten wir uns alle ein.

Was haben wir also entdeckt?  Dass das Warum marginalisiert, doch  das „Wie“ will Lösungen bringen! Die Rentner sind Teil von assoziativen Gruppen,  die ihnen Freizeitvergnügen anbieten. Nun, was wollen diese Männer und Frauen? Die Bildung  einer Vereinigung wo die soziale Marktlücke zum ihrem Ziel wird. In anderen Worten: Gründung eines Verbandes im Dienste der Rentner in den Sparten AHV, Ergänzungsleistungen , Krankenkassen, Unterstützung der Benevolatdienste im Rahmen des Möglichen, den älteren Personen helfen, ihre Einsamkeit zu überwinden, indem ihnen zu Begegnungen die Gelegenheit gegeben wird.

GRÜNDUNG DES VERBANDES

Am 31. Januar 1991 erfolgte in Sitten die konstituierende Versammlung. Rund 70 Delegierte von Vereinigungen und Einzelmitglieder gründeten den Walliser Verband der Rentner.  Als erste Präsidentin wurde Marie TSCHOPP gewählt und die nachstehend genannten Personen bildeten entsprechend  das erste Komitee mit Marthe OGGIER, und Alex OGGIER beide aus Turtmann.  Lèopold RYWALSKY und Abel BOVIER wurden als Rechnungsprüfer ernannt.

AUFBAU DES VERBANDES

Die zwei ersten Jahre widmeten sich die Mitglieder des Komitees mit der Kontaktnahme zu professionellen Vereinigungen, um die Strukturen des Verbandes zu stärken. Kommissionen wurden gebildet, im speziellen zu Themen wie AHV und Krankenkassen. Kontakte wurden mit dem Oberwallis gesucht, doch die Sprachschwierigkeiten manifestierten sich mit einer bestimmten Hartnäckigkeit. Trotzdem, mit Geschick gelang es uns, zwei Repräsentanten in das Komitee zu wählen.

Der Dezember 1992 markierte ein schwarzes Ereignis das Leben des jungen Verbandes. Im November reisten einige Komiteemitglieder mit der Präsidentin nach Guadeloupe, um einige Monate Ferien zu verbringen.  Am selben Tag an dem die Gruppe den Rückflug antreten sollte, erlag die Präsidentin Marie TSCHOPP einem Herzversagen.  Der Verband realisierte den Verlust, der ihn traf. Marie war die Seele, das Herz, mit einem Wort gesagt die Lokomotive und die Mitglieder des Komitees wurden sich bewusst der Schwierigkeiten,  eine Nachfolge zu finden.

Der Vizepräsident führte den Verband ad Interim bis zur nächsten Generalversammlung. Nach verschiedenen Sitzungen des Büros und 2 Mitgliedern des Komitees tagte die GV am 16. Juni 1993 in Sitten. Die Nomination von Eloi GLARDON wurde bestätigt. Als Vizepräsidenten wurden gewählt Heidi DELLBERG von Siders und Alex OGGIER von Turtmann, das Oberwallis vertretend.

1993 EUROPÄISCHES JAHR DER ÄLTEREN PERSONEN

Der  neue Präsident frägt sich, wie diese europäische  Manifestation für den Verband auszugestalten sei.  Er schlage den Büromitgliedern vor, für den Beginn des Jahres 1994 ein Walliser Altersparlament  einzuführen. Das Projekt wurde angenommen, alle Dispositionen für die Durchführung durch das Parlament waren getroffen. Das Datum für das 1. Altersparlament wurde auf den 14. April 1994 im Saal des Grossen Rates festgelegt. Auf Anfrage hat sich Wolfgang LORETAN ehemaliger Staatsrat bereit erklärt, das Präsidium zu übernehmen. Er wird von zwei Vizepräsidien umgeben: Edmée BUCLIN-FAVRE aus Sitten und Maurice VUILLOUD aus St. Maurice.

Ein Parlamentsbüro ist organisiert. Es erarbeitet das Arbeitsprogramm der verschiedenen Kommissionen: Fragen bezüglich der AHV und der Ergänzungsleistungen, der Krankenkasse, der 2. Säule und des Staatsratsreglements, das die Altersgrenze für ausserparlamentarischen Kommissionen festlegt.

Das Altersparlament würde 130 Sitze aufweisen je zur Hälfte weibliche und männliche Delegierte. Für jede Vereinigung wird eine fixe Zahl festgelegt, um eine ausgewogene Vertretung zwischen Einzel- und Kollektivmitgliedern zu erreichen.

Die Kommissionen sind konstituiert und machen sich mit Begeisterung an die Arbeit. Es ergeben sich indessen keine nostalgischen Gefühle, da die meisten Mitglieder nie im Grossen Rat waren. Die Büro- und Komiteemitglieder erhalten die Berichte der Kommissionen,  sortieren sie und legen 150 Dossiers an, die zur Verfügung der Delegierten und Journalisten stehen. Eine Pressekonferenz ist organisiert für die französischsprachigen Zeitungen und Radio Rhône wie auch die TV sind für diesen Anlass aufgeboten.

Am 14. April 1994 ist die 1. Sitzung durch den Präsidenten des Verbandes eröffnet worden. Alle stimmten zu. Unter dem Präsidium von Wolfgang LORETAN wickelte sich die Session ohne Schwierigkeiten ab mit einer Disziplin die sowohl den Präsidenten des Staatsrates SIERRO als auch den Präsidenten der Grossen Rates RODUIT hoch erfreuten. Der Tag endete mit einer Empfehlung an den Staatsrat und an de Grossen Rat.

Der Verband begann 1933 ein Bulletin unter dem Titel „Trait d’Union“ zu veröffentlichen. Es ist an alle Einzelmitglieder aber auch an die Mitglieder der Vereinigungen gerichtet. Einmal pro Vierteljahr werden so die Neuigkeiten über unsere Aktivitäten verbreitet. Nachdem die Post ab dem Jahr 2000 neue Regeln eingeführt hat, sahen wir uns gezwungen diese Publikation einzustellen. Schade!

Um einen Schlussstrich unter diese Seite der Geschichte zu ziehen, lade ich euch ein,  eine Schweigeminute zu Ehren der Mitglieder, die uns verlassen haben,  einzuhalten. Ich denke sicher an Marie TSCHOPP, an Edouard CONSTANTIN, an Marcel SAVIOZ und an Sylvain SALAMIN. Wir ehrten sie im Verlaufe der vorangegangenen Generalversammlungen mit der Ernennung zu Ehrenmitgliedern.

Heute wollen wir gesamthaft alle noch lebenden Pioniere ehren: Léopold RYWALSKY, Abel BOVIER, Louis MAURER, Raymond PUIPPE, Marie-Thérèse PATTORINI, Marthe OGGIER, Marcel MARIETAN und speziell zwei Personen, ohne die die enorm geleistete Arbeit nicht hätte realisiert werden können:  die Sekretärinnen Geneviève LEUBA und Hanny MINNIG-KARLEN. Schliesslich gehen unsere Dankesworte an die Präsidentin der 3. Session 1998 und an die Vizepräsidentin der zwei ersten Sessionen und heutige Präsidentin der Schweizerischen Rentnervereinigung  Edmée BUCLIN, die uns sehr viele Dienste in den letzten Jahren geleistet hat. Ich schlage euch nun vor, sie in den Kreis der heute Geehrten aufzunehmen.

Dank an euch alle

Arbaz/Sion 7. Juni 2002

Eloi GLARDON